Wir legen auch bei euch erst mal mit dem üblichen Bla Bla los. Wer seid ihr? Was macht ihr? Wo kommt ihr her und Wo soll es mal hingehen?

Raffael: Ich bin der Raffael. Ich bin 26 Jahre alt, wohne in Görlitz seit 3 ½ Jahren und bin Student der Sozialen Arbeit. Ursprünglich komme ich aus Ravensburg in Süddeutschland und bin jetzt von März bis August Praktikant in der RABRYKA. Und wo es mal hingehen soll ... Das weiß ich noch nicht. Ich bin nicht so der Planer-Mensch. 

Mona: Ich bin Mona, 23, wohne schon eine Weile in Görlitz, komme aber gebürtig aus Hannover und studiere Soziale Arbeit. Ja und wo es mal hingehen soll ... Ich bin da offen. Ich möchte mich da nicht festlegen. Ich weiß nicht, was da noch alles auf mich zukommt und bin da auch ganz gespannt drauf.

Jetzt nach den ersten 4 Wochen. Beschreibt die RABRYKA in 3 Worten.

Mona: Schatzkiste. Freigeist. Gemütlich

Raffael: Ort für Möglichkeiten. Freiraum. Bunt.

Was hattet bzw. habt ihr für Erwartungen an die Zeit hier in der RABRYKA?

Raffael: Ich will die mir gesteckten Ziele erreichen. Ich würde meine Arbeitsweise gerne etwas verbessern. Und ich würde gerne Einfluss darauf nehmen, dass es hier cool bleibt und noch ein bisschen cooler wird.

Mona: Meine Hauptziele, die ich zu Beginn des Praktikums hatte, sind schon erfüllt. Ich hatte Bedenken, ob ich mich ins Team intergieren kann. Aber das habe ich ganz gut gemeistert. Aber natürlich möchte ich, ähnlich wie Raffael, die mir gestellt Aufgaben zur bestmöglichen Zufriedenheit schaffen. Ich bin mir selbst der größte Kritiker und hoffe auch, dass ich mich in der Angelegenheit auch zufrieden stellen kann.

Was sind eure konkreten Ziele hier?

Mona:Die Workshopwoche gut über die Bühne zu bekommen. Dass ich gut mit den Jugendlichen klar komme und auch, dass ich das Feld erfassen kann, was man hier als Sozialarbeiter machen kann.

Raffael: Mein Fokus liegt auf dem Hausaufgabenheft, dem Umsonstregal und auch den Tätigkeiten, die ich im Hotspot machen werde. Da geht es vor allem um die Konzeptionierung.

Seht ihr einen Unterschied zwischen anderen Organisationen und der RABRYKA?

Raffael: Was mich auf jeden Fall dazu bewogen hat mein Praktikum hier zu machen, ist dass es ein junger Verein ist, der noch nicht eingefahren ist. Daher ist die Arbeitsweise sehr offen und man hat eigentlich alle Möglichkeiten. Man bekommt nicht gesagt: “Ne, das nicht. Ne, das nicht. Du sollst das machen.” Es ist hier auch sehr hierarchiefrei, was mir sehr wichtig ist.

Mona: Was mich dazu gebracht hat mein Praktikum hier zu machen, ist die Fülle an Sachen, in denen man sich mal ausprobieren kann. Alles von Jugendarbeit bis Eventplanung. Ich habe schon relativ viel Praxiserfahrung. Doch da war es oft schon diese eingefahrene Schiene. Hier habe ich aber das Gefühl, es gibt viel Freiraum für Kreativität.

Stellt euch vor ihr seid in Görlitz aufgewachsen. Wie wäre das gewesen?  

Mona: Ich bin in Görlitz aufgewachsen und habe Görlitz damals schlechter geredet, als es war. Uns hat hier etwas gefehlt. Ich war bei der Gruppe dabei, die den Flashmob organsiert hat, aus dem später auch die RABRYKA entstanden ist, aber am Ende war es dann doch so, dass wir im Stadtpark oder am Marienplatz abgehangen haben. Wir hatten keine richtige Perspektive, was wir hier machen wollen. Es gab und gibt zwar das BASTA, aber so richtig Jugendzentrum war das für uns auch nicht. Da engagieren sich seit Jahren die gleichen Leute und sprechen auch nur die Leute ihres Alters an. Die Veranstaltungen gehen auch erst zwischen 9 oder 10 Uhr los – das war also nie eine Alternative für uns. Aber die Tage am Bertzi waren dann schon ziemlich cool und wir haben als Freundeskreis dann angefangen uns selbst zu organisieren.     

Raffael: Schwierige Frage. Ich bin gern da aufgewachsen, wo ich aufgewachsen bin. Ich bin auch in einer Kleinstadt mit einer schönen Umgebung groß geworden. Also so wie es hier auch ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass es hier cool gewesen ist, aber ich wüsste nicht, wenn ich hier aufgewachsen wäre, ob ich noch hier wäre.

Warum denkt ihr, ist es an einigen Stellen so problematisch an die jungen Menschen hier in der Stadt ranzukommen?   

Mona: Weil man sich selber organisiert, hängt dann bei irgendeinem Dude ab und nutzt die gegeben Angebote eben nicht. Es bauen sich dann eigene feste Strukturen auf – Zocken bei dem, Grillen bei dem.

Raffael: Das ist schwer zu sagen. Die neuen Angebote, die es gibt, brauchen ihre Zeit, bis sie sich etabliert haben. Ich weiß es nicht. Vielleicht sind es auch Interessen. Ich frage mich das auch oft selbst. Auch in Zgorzelec frage ich mich oft, wo die jungen Leute hingehen.

Wie stellt ihr euch Görlitz in 20 – 30 Jahren vor?

Mona: Ich habe das Gefühl, dass sich Görlitz wandelt. Dass die, die in Görlitz studieren auch nach dem Studium noch hierbleiben und das prägt das Stadtbild. Ich bin auch davon überzeugt, dass es etwas mit der Stadt macht. Ich weiß nicht, wohin sich das entwickeln wird. Aber ich denke, wenn das so weiter geht, dann ist das eine positive Entwicklung.

Raffael: Ich sehe viel Potential in der Stadt. Dadurch, dass Wohntraum in anderen Städten immer teurer wird, was hier noch nicht angekommen ist, bietet das die Möglichkeit, dass junge, kreative Menschen hier her kommen. Ich habe auch das Gefühl, dass es denen, die jetzt nach Görlitz kommen, recht gut hier gefällt. Ich kenne aus meinem Umfeld Einige, die sich vorstellen können länger in Görlitz zu bleiben. Mich einbegriffen. Ich kann mir vorstellen, dass es hier in 20 – 30 Jahren cool ist.    

Und noch eine Runde Unnützes Wissen über euch. 

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Mona: Langschläfer

Raffael: Ich kann früh aufstehen, aber ich kann auch lang schlafen.

Wie könnten wir die Welt retten?

Mona: Weniger Plastik konsumieren. Regional kaufen. Nicht mehr so viel Fleisch essen. Und mehr Liebe.

Raffael: Wenn wir Ängste und Machtverhältnisse abbauen und alle nett zu einander sind.

Bier oder Wein? 

Raffael: Bier

Mona: Wein

Muffins oder Mett?

Raffael: Muffins

Mona: Muffins

Heulen oder Zertrümmern? 

Mona: Heulen

Raffael: Zertrümmern

Was nehmt ihr auf eine einsame Insel mit?

Mona: Meinen Freund

Raffael: Eine Wunschmaschine, die mir jeden Wunsch erfüllt.

Welches Morgenritual darf nicht fehlen?

Mona: Zähne putzen

Raffael: Frühstücken

Norden oder Süden?

Mona: Norden

Raffael: Süden 

Von was nimmst du immer zu viel?

Mona: Nudeln

Raffael: Zigaretten

Hund oder Katze?

Mona: Katze und Hund

Raffael: Keines von Beiden

Welchen Song singt ihr gern unter der Dusche?

Raffael: Gestern waren es die Brandenburgischen Konzerte von Bach 

Mona: KIZ – Heiraten