Zum Anfang erst mal das übliche Bla Bla – Wo kommt ihr her? Was macht ihr? Und wo soll es mal hingehen?

Samuel: Vom Ort her komme ich aus Löbau – also ich bin auch aus der Region. Mein Abi habe ich in Löbau gemacht und nebenbei auch viele Jahre Musik in verschiedenen Ensembles, Einrichtungen und auch in Projekten wie Lanterna futuri. Als ich nach Dresden gezogen bin, habe ich dort ein FSJ-Kultur bei der Jugendkunstschule gemacht. Das hat mir die Orientierung gegeben, dass ich später mal in der Kultur arbeiten will, aber nicht Kultur und Management studierten möchte, sondern lieber das „reine Management“, um erst mal auf einem Gebiet „professionell“ zu werden. Und jetzt bin ich wieder zurück auf dem Pfad in Richtung Kulturarbeit/Projektarbeit. Jetzt mache ich gerade das Pflichtpraktikum, was in meinem Studium vorgesehen ist. Und später werde ich auf jeden Fall bei der Projektarbeit bleiben, weil das einfach zu meinem Arbeitsrhythmus passt. Und in der Projekt-/Kulturarbeit will ich damit beschäftigt sein, was ich kennen gelernt habe – Controlling, Buchhaltung und gleichzeitig auch kreativ bleiben, weil ich darauf einfach Bock hab.

Levin: Ich bin in Dresden geboren, habe aber meine ganze Schulzeit über in Thüringen auf dem Dorf gewohnt. Habe dort auch mein Abi gemacht und nach dem Abi in Dresden erst mal angefangen Elektrotechnik zu studieren. Das war eher nicht meins und nach einen Semester bin ich wieder gegangen. Danach habe ich ein FSJ gemacht und wollte Grundschullehrer mit Musik aus Hauptfach werden, aber aufgrund der Eignungsprüfungen hätte ich noch richtig Klavierspielen lernen müssen und deswegen bin ich dann zur Sozialen Arbeit gekommen. Ich habe 2014 in Görlitz angefangen zu studieren und bin jetzt auch in meinem Praktikumssemester. Und wo es mal hingehen soll – so richtig weiß ich das noch nicht. Ich bin da gerade noch am experimentieren, da es in der Sozialen Arbeit sehr viele Richtungen gibt, in die man gehen kann. Ich habe mich schon in der Kinder- und Jugendarbeit ausprobiert und jetzt hier in der Gemeinwesenarbeit. Aber mal sehen wo es hin gehen wird. 

Nach den ersten 3 Wochen – beschreibt die RABRYKA mal in 3 Worten.        

Samuel: Innovativ. Lässig. Möglichkeit

Levin: Insel. Aufbruch. Freiheit.

Klingt alles durchaus positiv. Könntet ihr euch demnach vorstellen in der Zukunft in so einer Art Verein zu arbeiten? 

Samuel: Unbedingt. Das ist eigentlich mein Ziel. Vielleicht nicht für mein ganzes Leben und vielleicht nicht Vollzeit, aber auf jeden Fall als Mittelpunkt. Ich könnte mir vorstellen halbtags in so einem Verein zu arbeiten und nebenbei noch etwas Kreatives zu machen. So als grobes Ziel am Horizont.

Levin: Ja auf jeden Fall. Die Abwechslung ist sehr reizvoll. Zwischen konzeptioneller Arbeit, die professionell ist und dann draußen etwas machen und handwerklich zu arbeiten. Und auf so einem Gelände, wie hier, kann man sich auch verwirklichen.

Samuel: Mein Motto für die ersten zwei Wochen hier waren: „Die Balance zu finden“. Zwischen der Arbeit „hier drin“, einmal ist man im Team unterwegs, dann ist man draußen unterwegs, dann hat man die Freiheit seine Projekte selber zu finden und in den Projekten eigenständig zu arbeiten.  

Was heißt das im Konkreten für euch – Auf was habt ihr die nächsten 6 Monate Bock hier?

Samuel: Erst mal den ganzen Backround zu checken – wie läuft die Buchhaltung und das Controlling. Die andere Seite ist mein Ideen und Erfahrungen in Events zu verpacken z.B. bei den Creative Weeks, wo ich mich der Musikwoche annehme und allgemein das Controlling übernehme. Aber dann natürlich auch mich bei Events zu engagieren – an der Bar zu stehen, Tontechnik zu machen. Ich würde auch gerne beim Ton.Labor mitmachen und dafür langfristige Nutzungsformate entwickeln. Und auch einfach mal coole Events zu genießen und diese einfach mal als Besucher erleben. 

Levin: Es wäre schön, wenn ich nach der Zeit hier sage könnte:" Hier gibt es etwas auf dem Gelände, da hab ich mitgemacht. Das habe ich selbst miterarbeitet und das hat Hand und Fuß. Da steckt ein längerer Prozess drin und der hat sich gelohnt.". 

Wir springen noch mal auf die urbane Ebene – bevorzugt ihr eher die Provinz oder die Großstadt? 

Samuel: Bei mir ist das total die Mischung. Ich brauche für mich die Großstadt als Wohnplatz – so als Hotspot, von dem aus ich in alle Richtungen reisen kann. Ich kann mir langfristig gesehen nicht vorstellen in der Provinz zu leben. Aber auf jeden Fall genieße ich es hier zu arbeiten. Ich komme auch immer wieder gerne aufs Dorf, aber ich könnte da nie leben. 

Levin: Bei mir ist es auch die Mischung. Ich habe schon in Dresden gelebt und auch schon auf dem Dorf. Und Görlitz ist eine ganz gute Mischung. Man hat ganz gute Möglichkeiten hier. Es gibt ein buntes Angebot, aber egal wo man hingeht, man sieht oft die gleichen Leute. Das hat was Dörfliches – jeder kennt sich, vieles spricht sich schnell rum. Aber ich fühl mich hier wohl und die Mischung gefällt mir.

Samuel: Ich würde Görlitz auch nicht als Provinz sehen. Man hat hier abends auch oft die Qual der Wahl. Provinz ist für mich eher, wo das Angebot noch magerer aussieht. Ich könnte mir vorstellen 1-2 Jahre in Görlitz zu wohnen.     

Wenn ihr so liebevoll über Görlitz sprecht. Was wünscht ihr euch für die Zukunft von Görlitz so in 20-30 Jahren?

Levin: Ich hoffe, dass man es in Görlitz schafft die ganzen freien Flächen und leerstehenden Häuser zu beleben, um auch das Stadtbild zu bewahren, das doch ganz schön ist. Und das auch sinnvoll zu beleben. Nicht das sich irgendwelche Viertel separieren. Es sollte eine Stadt sein, die zusammen lebt und nicht nebeneinanderher.   

Samuel: Ich wünsche mir für Görlitz, dass die Jobs, die es hier gibt, bestehen bleiben und gleichzeitig neue Jobs entstehen. Auch, dass die Industrie wieder hierher findet. Aber auch, dass der Gedanke sich zu engagieren die Gesellschaft durchdrungen hat. Das alle Bock haben für die Gesellschaft etwas zu tun und sich z.B. in Nachbarschaftsprojekten engagieren. Das gilt auch für Görlitz und Zgorzelec. Es wäre schön, wenn die zwei Teile zusammenwachsen würden und ein menschlich-kulturell-künstlerischer Austausch entsteht.

Und als letztes noch eine kurze "Unnützes Wissen Fragerunde" über euch ... 

Sport machen oder Sport gucken?

Samuel: Sport machen

Levin: Sport machen

Wie schlaft ihr? Bauch-Rücken-Seite

Samuel: Seite

Levin: Bauch

Jeder von euch hat einen Wunsch frei. Was wünscht ihr euch?

Levin: Das bedingungslose Grundeinkommen

Samuel: Glück

Derzeitiger Lieblingssong No.1?

Samuel: Shofukan von Snarky Puppy

Levin: Blue Rondo a la Turk von Dave Brubeck

Was mögt ihr weniger: Twitter oder Tattoos?

Levin: Twitter 

Samuel: Tattoos

Steak oder Tofu?

Levin: Steak 

Samuel: Tofu

An einem freien Tag gehe ich am Liebsten ...

Levin: ... Schlafen

Samuel: ... lese ich am Liebsten ein Buch

Welcher ist euer Lieblingsdialekt? Berliner – Nordischer – Sächsischer oder Bayrischer 

Levin: Sächsischer

Samuel: Nordischer

Welcher war euer Spitzname als Kind?

Samuel: Samu

Levin: Levin

Ihr müsst 7 Stunden in der Bahn sitzen. Was habt ihr auf jeden Fall dabei?

Samuel: Laptop oder ein Buch 

Levin: Musik

Was hilft euch am Besten bei einem Kater?

Samuel: Vor dem Schlafen gehen schon zwei Liter Wasser trinken. Nach dem Aufstehen auch. Ganz viel Orangensaft und Gewürzgurken. Und am Besten wenn man Aufsteht gleich wieder Schlafen gehen.

Levin: Schlafen. Cola. Chips