Zu Anfang mal von jedem 5 kurze Facts über sich.

Johanna: Öko-Type, Einrad-Fahrer, Gemüseliebhaber, Tagträumer, großer Optimist

Julius: liebt Natur, macht Musik, braucht viel Bewegung, Kind der Sonne und einer leichten Briese, “Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke!”

Jonas: Genießer. Organisator. Schallplattenliebhaber. Raver. Irgendwie Ästhet.

Warum ein Studium in Görlitz?

Johanna: Görlitz hat es alles: Ästhetik, Ruhe, Kultur, Vielfalt und manchmal auch Halli Galli. (Vielleicht bin ich auch einfach hier, weil es die einzige Zusage war...)

Julius: Ich bekam keine andere ansprechende Zusage und die HSZG ist eine sehr familiäre, praxisnahe Fakultät. Die Lausitz ist meine Heimat und ich schätze die Nähe zu meiner Familie und der Natur. Außerdem zahlste in Görlitz ja nüscht!

Jonas: Weil Dresden nicht mehr gefetzt hat, Leerstand & Verfall reizt und es eine Zusage der HSZG gab. Des Weiteren haben Freunde gesagt, dass es hier hübsch ist. Sie hatten Recht.

Warum ein Praktikum in der RABRYKA?

Johanna: Die RABRYKA ist ein bunter, einladender, vielschichtiger Haufen, den ich auf den ersten Blick gar nicht 100%ig erfassen konnte. Dies macht für mich den Reiz aus.

Julius: Sozio- und Subkultur erschaffen ihre eigenen Lebenswelten und es ist einfach spannend, in diese reinzuschnuppern. Als (möglicherweise) angehender Sozialarbeiter und Kreativkopf verstehe ich die Verbindung aus Sozialem und Kultur als notwendig und als ein interessantes Arbeitsfeld.

Jonas: Weil die RABRYKA ein riesiges Feld für alle bietet, die Bock auf Soziokultur, Subkultur und Engagement haben. Ein Raum, in dem Ideen und Projekte entstehen, wachsen, umgedacht, realisiert und reflektiert werden. Für mich ein Ort, an dem tatsächlich Stadt “gemacht” wird.  

Beschreibt die RABRYKA mal in 3 Worten

Johanna: farbenfroh, vielseitig, Transformation

Julius: zeitgenössisch, einladend, geworden

Jonas: bunt, unfertig, liebevoll

Was hattet ihr für Erwartungen an das Praktikum und an die RABRYKA?

Johanna: Ich will vor neue Herausforderungen gestellt werden und dabei zuschauen, wie man zusammen mit vielen leidenschaftlichen Mitwirkenden etwas Großartiges auf die Beine stellt.

Julius: (Ich habe immer noch welche! :D) Ich wollte in einer Matrix arbeiten und das tue ich. Ich möchte Fehler machen und aus ihnen lernen, Menschen kennenlernen, mich selbst mit meinen Stärken einbringen, kreativ werden und das Gefühl haben, dass ich das Richtige tue. Das ist, was die Rabryka mir im Vorfeld gespiegelt hat und was ich von ihr erwarte.

Jonas: Gefordert zu werden, Kreativ zu sein, mit meinen Stärken und Schwächen zu arbeiten, viele spannende Dinge zu organisieren und mich hier (noch mehr) wohlfühlen zu können. Läuft alles.

Könntet ihr euch vorstellen nach dem Studium in Görlitz zu bleiben?

Johanna: Jaaaaaaaaaaa! Görlitz ist ein magischer Ort für mich geworden. My place to be!

Julius: Liebend gern, aber die Zeit zwischen Abschluss und “in Görlitz bleiben” ist undefiniert.

Jonas: Einerseits ja, andererseits nein. Mal sehen, was die nächsten Monate bringen..

Was ist das Coolste und was ist das Beschissenste an Görlitz?

Johanna: Das Coolste ist die Diversität der Bewohner - einerseits durch die Nähe zum Dreiländereck, aber auch durch die Hochschule. Außerdem möchte ich nicht mehr auf diese wunderbare Architektur verzichten müssen. Und die Görlitz Vibes im Allgemeinen: Man erkennt sich auf der Straße, man hat trotzdem super viele Möglichkeiten, man ist connected und man supported sich untereinander. Joa und schlechte Dinge fallen mir gerade echt keine ein - könnte an meinem optimistischen Dasein liegen. Meckern bringt nichts: love it, change it or leave it!

Julius:  

(1) Das Beste an Görlitz ist, dass ich allen Dingen und Menschen der Stadt begegne - Freaks, Hippies, Bossen und vor allem den ganzen Gutmenschen. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Freizeit nicht konsumiere, sondern sie selbst gestalte. Görlitz macht frei!
(2) Das Beschissenste an Görlitz sind die Ängste der Menschen und die fehlende Wertschätzung unserer Lebenssituation.

Jonas: Das Coolste ist wohl die Möglichkeit, selber viel auf die Beine stellen zu können ohne sich irgendwo einmieten zu müssen, einen riesigen finanziellen Rückhalt haben zu müssen oder ein beständiges Konkurrenzdenken zu haben. Ebenso, dass es hier so ein Sammelbecken für Freaks, Hippies, Schlechtgelaunte, Gutgelaunte und alle Anderen ist. Ich habe das Gefühl, viele Leute sind hier wesentlich freundlicher als in anderen Teilen des Landes, was sich bemerkbar macht, wenn man mal wieder Großstadtbesuch bekommt. Die sind immer völlig geflasht davon, wie nett die Leute zu ihnen sind. Görli, we love u! (sometimes, mehr im nächsten Abschnitt.)
Das Beschissenste ist manchmal, abhängig davon zu sein, alles selber machen zu müssen. Weiterhin nervt die Einstellung der Menschen, die wirklich denken es bringt irgendwas, dass sie die AfD gewählt haben, um ihre Heimat oder irgendwelche ersponnenen Werte zu schützen. Stöcker nervt, Investoren nerven, fehlende Genehmigungen nerven & am meisten nerven die Zuganbindung und die Fahrpreise!

Könntet ihr euch vorstellen, dass Görlitz nach Leipzig das neue Berlin wird? Wie wäre es dann hier?

Johanna: Ich glaube Görlitz wird einen Zuwachs erleben, aber dennoch nicht das neue Berlin/ Leipzig werden. Görlitz ist nicht für jeden was und das ist auch gut so! Außerdem würden wahrscheinlich viele Dinge, die den Görlitzer Charme so einzigartig machen, flöten gehen. Was für eine Tragödie!! Lasst uns Görlitz doch einfach zum neuen Görlitz machen!

Julius: Ich wünsche mir ganz fest, dass Görlitz NICHT das neue Berlin oder Leipzig wird! Wenn etwas diese Stadt auszeichnet, dann ist es die fehlende Großstadt-Anonymität. Und das gibt unserem schönen Görlitz nunmal sein ganz eigenes Lebensgefühl. Ich möchte hier leben und nicht hier wohnen!
Wäre Görlitz Berlin, wäre ich Terminator! Alles voll mit Maschinen - statt Menschen und ich nur so: BAM BAM BAM!

Jonas: "Gentrification is coming" kann ich da nur sagen. Es ist spürbar dass die Mieten steigen und Häuser & Flächen von Investoren gekauft und großstädtisch aufgehübscht werden. Ich hoffe auch, dass das hier kein neuer Prenzlauer Berg wird, allerdings würde das szenetechnisch auch mehr Leben in die Stadt bringen. So könnte man auch öfter mal wieder “nur” Konsument sein und nicht immer davon abhängig, selber Dinge zu organisieren zu müssen, wenn man mal wieder ‘ne coole Party haben will. Wie unkritisch ich das Ganze über mich ergehen lassen würde, ist eine andere Frage. Häuserkampf wäre wohl angebracht.

Und eine Runde Unnützes Wissen

Wie schlaft ihr? Bauch - Rücken - Seite?

Johanna: Auf dem Bauch (auch wenn manchmal etwas schmerzhaft nach dem Mitternachtssnack - ich rede von riesigen Portionen!)

Julius: klassische Denkerposition - also Rücken (fühlt sich immer an wie der Moment vorm Tod - jeden Tag läuft mir mein ganzes Leben durch den Kopf bevor ich endlich pennen kann)

Jonas: Rücken

Jeder von euch hat einen Wunsch frei. Was wünscht ihr euch?

Johanna: Für jeden Menschen eine riesige Portion Selbstliebe. Ich glaube, das ist der Ursprung für viele Probleme auf dieser Welt. Wenn wir liebevoller mit uns selbst umgehen würden, bräuchte es keinen Hass, Neid, Eifersucht, Zerstörung, Egoismus, … Wenn wir unsere inneren Konflikte bearbeiten oder vielleicht lösen, werden sich euch einige im Außen auflösen. # justsayin’

Julius: … dass Menschen sich nicht immer so wichtig nehmen - mich eingeschlossen!

Jonas: Diese Frage nicht beantworten zu müssen.

Steak oder Tofu?

Johanna: Tofu

Julius: Steak vom Wild (+das Geweih - geschüttelt, nicht gerührt)

Jonas: Tofusteak!

Was hilft bei euch am Besten gegen einen Kater?

Johanna: nicht so viel saufen! :D

Julius: ein Hund oder eine orthodoxe Feministin

Jonas: Frische Luft & Halloumidürüm

Von was nehmt ihr immer zu viel?

Johanna: Essen! Aber ich ess’ nur so viel wie mit aller Gewalt reingeht

Julius: definitiv Kaffee und Nächstenliebe

Jonas: Kaffee, Kippen & Feierlust

Snooze oder Aufstehen?

Johanna: Aufstehen! Handstand, Blut in Kopf und los...

Julius: Schnarch (Snooze)

Jonas: Snooze

Freitag oder Samstag?

Johanna: Ostdeutsch: Sonnabend :D Und ja, I like!

Julius: Freitag zu Samstag - fühlt sich immer an, wie die Jahrtausendwende

Jonas: Die Morgenstunden von Freitag zu Samstag. Die beste Zeit für alles.

WG oder alleine?

Johanna: Zusammen mit Lieblingsmenschen = beschte!

Julius: Super-WG - Hausgemeinschaft

Jonas: derzeit WG/Hausgemeinschaft, allein wäre auch mal spannend.

Ihr müsst 7 Stunden in der Bahn sitzen. Was habt ihr auf jeden Fall dabei?

Johanna: Einen Stift & ein Buch mit leeren weißen Seiten, auf denen ich alles abladen/ analysieren/ kreieren/ darstellen kann. Dazu passend ein anregendes Sachbuch und gute Snacks.

Julius: MP3 Player, Wasser und Möhren, die ich laut-knuspernd schmatze und die genervten Reaktionen der Mitfahrenden genieße

Jonas: genug Gedanken und nen’ schönen Groove in den Ohren (zum Beispiel, um hier den Lesern dieses Interviews noch etwas mitzugeben: Sun Ra - Nuclear War. Hit meiner letzten drei Monate.)