Über uns → IM FOKUS: Robert Gröschel

Sag mal Robert, wie lange bist Du schon bei Second Attempt aktiv? Wie hat alles angefangen?

Naja, Vereinsmitglied bin ich seit Februar diesen Jahres. Angefangen hat es aber ursprünglich mit dem Campus Open Air 2014 - das habe ich mitorganisiert und durch Chris den Verein kennengelernt. Second Attempt ist zwar nicht die einzige Initiative in Görlitz, aber hier sehe ich viele Perspektiven, persönlich und auch für die Stadt insgesamt. Deswegen mache ich seit Oktober meinen Bundesfreiwilligendienst hier und bin auch gespannt auf das zukünftige Jugendkulturzentrum...

Was sind deine Haupttätigkeitsbereiche? Wofür brennst Du?

Erste Priorität ist erstmal, ein regelmäßiges Angebot zu schaffen und unser Fabrikgelände für die Allgemeinheit zu öffnen. Für Außenstehende ist im Moment nämlich nicht wirklich erkenntlich, was wir hier überhaupt machen. Um Interessierte zukünftig ordentlich willkommen heißen zu können, müssen wir das Gelände zunächst sichern und an der Infrastruktur arbeiten. Außerdem brauchen wir einen Raum, der als einladender Treffpunkt dienen kann. Dafür hatte ich schon länger den Speicher (ehemals alte Kantine) im Blick und es traf sich gut, das unsere jugendpolitische Gruppe, das A-team, da ganz ähnliche Vorstellungen hatte…
Zusammen werden wir in den nächsten Monaten jeweils Freitags und Samstags offene Arbeitseinsätze haben, um Wände, Boden, Fenster, Küche, gemütliche Einrichtung mit allem drum und dran zu schaffen. Ansonsten unterstütze ich auch ein Impulsprojekt bei der Fertigstellung des Ton.Labors.

Welche Bedingungen bietet für dich der Bundesfreiwilligendienst? Bist Du mit dem Format zufrieden?

Der BUFDI ist für mich gerade eher Mittel zum Zweck - ich kannte die Leute von Second Attempt ja schon vorher. Für Studenten wie mich ist er eine gute Übergangslösung, solange keine Anstellung möglich ist. Das Rahmenprogramm mit Sozialversicherung und Taschengeld funktioniert wie eine Kombination aus Sicherheit und Druck.

Hast Du vor deiner Zeit bei Second Attempt bereits Erfahrungen gesammelt, die dir hier zugutekommen?

Wahnsinnig viel. Im Endeffekt spielen da alle Lebenserfahrungen mit rein, auch frühere Gruppenaktivitäten so wie das Teambuilding beim Fußball. Aber ich begrenze mich mal auf die letzten Jahre: Da waren z.B. der Studentenclub und “Studierende beraten Studierende” und zahlreichen kleineren Projekten. Bevor ich zu Second Attempt gekommen bin war ich 3 Jahre lang beim Kulturkombinat 15° e.V. aktiv, das besteht aber heute in der Form nicht mehr. Manchmal rutsche ich bei solchen Initiativen gegen meinen Willen in eine Art Leitungsposition, wenn sich sonst niemand kümmert. Am liebsten bleibe ich aber in der Vermittler- und Unterstützerrolle.

Welche Perspektiven siehst Du für Görlitz und welche Rolle kann Second Attempt dabei spielen?

Positiv betrachtet ist Görlitz wie eine große Spielwiese - ideal für junge engagierte Leute, die sich ausprobieren wollen. Der Soziokulturbereich ist hier noch nicht so verfestigt und besetzt wie in anderen Städten. Gleichzeitig gibt es viele offene Strukturen, die Görlitz als eine Mitmachstadt, nicht als Konsumstadt auszeichnen. Viel verspreche ich mir vom Jugendkulturzentrum, das bald in Görlitz entstehen soll. Wir können dabei aus dem Vollen schöpfen: Alle Projekte, die wir bisher mit Görlitzer Jugendlichen erfolgreich durchgeführt haben, können auch für kommende Generationen interessant sein. Natürlich sollten wir auch offen für die Bedürfnisse in unserer Zielgruppe sein und ihre Anregungen ernst nehmen. Persönlich kann ich mir vorstellen, an dieser Schnittstelle bei der Beziehungs- und Vermittlungsarbeit zu helfen. Im Idealfall entsteht im Jugendkulturzentrum eine Art “Kulturschule” wo alle Interessierte ihr eigenes kleines Projekt finden, wo sie sich ausleben können.

Robert Gröschel

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