Kurze Erzählrunde über euch – Wer seid ihr? Wo kommt ihr her? Was macht ihr in Görlitz? Und wo soll es vielleicht später mal hingehen?

DAR: Ich bin Dar und komme eigentlich aus Dresden. Was ich in Görlitz mache? Nun, das weiß ich selbst nicht so genau, von Politik, Schule, Kunst, Party und Arbeit ist alles dabei. Ich hoffe, dass ich bald wieder in Berlin lande und dort mit dem Studium beginnen kann.

OLLI: Ich bin der Olli und komme aus Görlitz, und jetzt friste ich in Görlitz mein Dasein und helfe im Second-Attempt e.V. Später würde ich gerne in den Norden vielleicht sogar Dänemark.

SINA: Ich bin Sina und - ja verdammt, das liegt etwas westlicher als Görlitz - komme aus Göttingen. In Görlitz habe ich vor allem dieses Praktikum gemacht und danach sollte es wieder zurück nach Hildesheim gehen, da studiere ich nämlich gerade eigentlich; was mit KuWi, Performance und ein bisschen Musik. Und später... ja später da stolpere ich wieder über was Spannendes.

LENI: Ich bin Leni, komme eigentlich aus der Nähe von Köln und bin vor drei Jahren irgendwie hier gelandet. Dann habe ich, über Umwege, die mich u.a. auch durch ein Praktikum in der RABRYKA führten, angefangen „Kultur und Management“ in Görlitz zu studieren. Wo es später hingehen soll… das steht noch in den Sternen, aber bestimmt auch nochmal raus aus Görlitz. Und vielleicht auch über Umwege wieder zurück.

 

Wie seid ihr zum Second Attempt gekommen und was denkt ihr, zeichnet den Verein besonders aus?

DAR: Ich springe seit 2013 beim Second Attempt herum und war oft bei den Fokus Festivals und Creative Camps dabei. Mich haben damals die Mitglieder und ihre Fähigkeit große, jugendkulturelle Events zu organisieren, beeindruckt. Ich denke der Verein zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er einen Freiraum für alle zur Verfügung stellt und jedem eine Möglichkeit bietet sich zu verwirklichen.

OLLI: Ich habe nach einer Möglichkeit zur Orientierung gesucht nachdem ich im Abi etwas „Pech“ hatte. Besonders zeichnet den Verein für mich aus, wie zweckmäßig man hier ist, es wird versucht die beste Lösung auf dem schnellsten Weg ohne unnötigen Aufwand zu finden und das immer mit den vorhandenen Ressourcen.

SINA: Bin ich zufällig drüber gestolpert. Erst aber bin ich über Görlitz gestolpert, dann über die Existenz der RABRYKA, dann über das Mission Statement und dann über Begrifflichkeiten wie: Empowerment, Befähigung, Beteiligung. Und das als Zielsetzung war das für mich schonmal besonders genug, um mir das ganze näher anschauen zu wollen. Dass ein Verein sich so explizit mit der Stadtgesellschaft beschäftigt, ist nämlich leider nicht überall so. Also musste ich Koffer packen. Was ich außerdem auszeichnend finde ist, dass das Team den Ort RABRYKA selbst als prinzipiell wandelbar versteht und damit Raum für Ideen vieler verschiedener Köpfe offen hält.

LENI: Erstmal über ein kurzes Praktikum im Second Attempt. Die RABRYKA war für mich immer ein Ort, an dem einfach super viel passiert. Das macht den Verein für mich auch aus. Dass ganz verschiedene Menschen zusammenkommen und mit ihren Möglichkeiten etwas machen, etwas in Gang setzen, eigene Potentiale entdecken und sich der Verein darüber auch immer wieder wandelt und neudefiniert.

 

Was war euer Eindruck von der RABRYKA, als ihr zum ersten Mal das Gelände betreten habt?

DAR: Ich bin anfangs nicht so warm mit dem Gelände geworden, da mir der alte Schlachthof, auf dem das Fokus sonst immer stattfand, gefehlt hat. Doch mittlerweile bin ich echt beeindruckt und glücklich darüber hier zu sein.

OLLI: Chaotisch aber gemütlich.

SINA: Schön schön schön! Ein Ort der entdeckt werden möchte und der Lust macht zu bauen und zu basteln. Ich für meinen Teil würde auf so einem Gelände ja am liebsten gleich wohnen.

LENI: Bunt, viel los, die Graffitis, das alte Industriegebäude, die vielen kleinen Ecken, die zum Basteln und Werkeln genutzt werden. Für mich im ersten Moment einfach mega beeindruckend.

 

Denkt ihr, dass eure jetzigen Aufgaben in der RABRYKA euch etwas für euer zukünftiges Leben bringen werden? / Welche Erfahrung konntet ihr bis jetzt hier sammeln, die euch später mal von Nutzen sein werden?

DAR: Ich denke ja! Das Organisieren von vielen Menschen und Logistik ist etwas was einem immer hilft. Kaffee kochen ist auch nicht schlecht und die Tischlerskills, welche ich mir hier schon angeeignet haben, kommen immer gut, wenn man Ikeamöbel zusammenbauen muss. 

SINA: Ja sicher. Ich habe vor allem etwas über die interne Struktur des Vereins mitgenommen, z.b. wie sich Kommunikation in einem großen Team organisieren lässt und wie diese so gestaltet werden kann, dass sich die Menschen auf Augenhöhe begegnen können.

 

Könntest du dir vorstellen nach deiner Ausbildung/Studium zurück nach Görlitz zukommen bzw. in Görlitz zu bleiben?

OLLI: Dafür fehlt mit in Görlitz der Anreiz aber ich wäre Bereit Konzepte die ich hier in Görlitz miterlebt habe für andere Städte zu übernehmen.

SINA: Kommen ja, bleiben liegt mir zu weit in der Zukunft. Allerdings habe ich mich in Görlitz ziemlich wohl gefühlt. Dass die Stadt nicht so groß ist, finde ich angenehm. Gleichzeitig sind die Menschen, die sich dort auf verschiedenen Wegen engagieren, wahnsinnig gut vernetzt. Ich hatte das Gefühl in Görlitz bewegt sich einiges und es ist aber auch viel Raum mitzumachen, sicher auch durch den Second Attempt. Und das macht eine Stadt natürlich total attraktiv.

 

Wovon gibt es in Görlitz viel zu viel und wovon viel zu wenig?

DAR: Zu viele, ich drücke das mal mit einem Euphemismus aus, konservative Menschen und zu wenige Freiräume für Jugendliche. Ich denke, dass hier wohl ein Zusammenhang besteht.

OLLI: Es gibt zu viele Raucher, die ihre Kippenreste einfach liegen lassen, und zu wenig Angebote für die Jugend, welche nicht nur aus Feiern und Clubs bestehen.

 

Unnützes-Wissen-Fragerunde (kurz und knapp!):

Hund oder Katze?

DAR: Hunde, möglichst viele!

OLLI: Katze.

SINA: Katzen! Die machen ihr Ding und sagen auch sofort, wenn sie etwas scheiße finden.

LENI: Hund!

 

Tee oder Kaffee?

DAR: Kaffee!!!

OLLI: Tee.

SINA: Kaffeeeeee!!

LENI: Kaffee!

 

Träumer oder Realist?

DAR: Visionär.

OLLI: Im Alltag Träumer aber beim Arbeiten Realist.

SINA: Keins von beidem. Eher Träumerin.

LENI: Realistische Träumerin.

 

Wie schlaft ihr? Bauch-Rücken-Seite

DAR: 360° Dauerdrehung.

OLLI: Auf dem Rücken schlafe ich ein und wache als Brezel wieder auf.

SINA: Wie ein Yoga-Baum. Allerdings liegend, und zwar auf dem Bauch.

LENI: Embryo-Stellung.

 

Welcher Song läuft bei euch derzeit in Dauerschleife?

DAR: Frei von die Nerven

OLLI: Wer sagt denn das? Von Deichkind

SINA: Backflip von Akua Naru

LENI: Dürfen die das von das Paradies

 

Euer Lieblingsdialekt?

DAR: Berliner Schnauze

OLLI: Hamburger platdeutsch

SINA: Bibus, Nähchen, Kästle, Plinsen... nu?

LENI: Neben Kölsch, und Ruhrpott-Platt natürlich auch Sääääschsch. Und der Lausitzer Dialekt, nu? Ich lieb sie eigentlich alle. Sogar Bayrisch.

 

Jeder von euch hat einen Wunsch frei. Was wünscht ihr euch?

DAR: Einen Studienplatz, finanzielle Sicherheit, eine Wohnung in Berlin, die sozialistische Weltrepublik, alles als ein Gesamtpaket

OLLI: Lebenslanger Vorrat an Baumkuchen.

SINA: Patriarchat wegwünschen und gucken, wie es dann hier so aussieht! Aber wünschen reicht ja leider nicht, ne.

LENI: Noch drei weitere Wünsche? Eine glückliche Zukunft und natürlich Weltfrieden.